Variable ND-Filter in der Videografie

Doch warum genau braucht man die? Kann man nicht einfach die ISO und Belichtungszeit wie beim Fotografieren umstellen?

Kurz gesagt: Nein.

Die Videografie unterscheidet sich im Gegensatz zur Fotografie in verschiedenen Punkten gravierend. Besonders eine Formel solltet ihr immer im Sinn behalten: Framerate = Belichtungszeit x 2

Das heisst, nehmt ihr in 24p/23.976p auf so MUSS die Belichtungszeit immer, so gut es möglich ist, das DOPPELTE der Framerate betragen. Also in dem Fall 1/48 (2 x 24). Geht ihr nun trotzdem auf 1/1000 zum Beispiel, wirkt das Bild super ruckelig und nicht filmisch. Also fällt diese Option zur Umstellung weg und es bleiben nur ISO und Blende übrig. Bei strahlendem Sonnenschein, ist selbst bei ISO 100 immer noch alles ausgebrannt. Wenn man dennoch ein schönes Bokeh haben und offenblendig filmen möchte, kommt nun der variable ND-Filter zum Einsatz.

Vorne an den meisten Objektiven befindet sich ein Gewinde, an welchem der ND-Filter angeschraubt wird. Dreht ihr nun am Ring des Filters wird er entweder heller oder dunkler und bringt euch quasi künstliche Blendenstufen, ohne die Blende zu verstellen.

Um euch das besser zu erklären, habe ich ein #SHORT für euch erstellt.

 

Welchen ND-Filter sollte ich mir holen?

Ich weiss, dass das Angebot erschlagen kann und man Preise von 50 – 300€ sieht. Ich nutze diese Filter professionell und habe dennoch keinen teuren PolarPro oder Freewell im Einsatz. Wichtig ist, dass der variable ND-Filter keine starken Vignetten hervorruft, zu viele Flares oder eine ungleichmäßige Helligkeit verursacht. Die Qualität des Glases ist super wichtig, weil man schließlich Glas auf Glas schraubt. Für mich haben die Filter von GOBE immer einen guten Dienst erbracht.

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Es wird auch häufig empfohlen eine größere Filtergröße zu besorgen und per Step-up-Ring anzubringen. So umgeht man eventuelle Vignetten etc. vom Rand des ND. Habe ich persönlich aber noch nicht machen müssen. Möchtet ihr die ultimative Qualität, das beste Glas haben, dann kommt ihr um einen PolarPro nicht drum herum.

Und jetzt ab in die Sonne, solange sie da ist. 🙂

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